Gewinnerin des Timid Tiger Backstage Blogger Contests 2010, Simonster schrieb:
Obwohl ich in der Schweiz heimisch bin und auch nie irgendwo anders gelebt habe, kenne ich relativ viele liebe Menschen aus Deutschland. Weil ich es jedoch verabscheue zu telefonieren, unterhalte ich mich eigentlich nur via Chat mit denen. Das hat den Vorteil, dass ich währenddessen problemlos Ringturnen oder ein Schnitzel braten kann, ohne Angst haben zu müssen, das Telefon in siedendes Öl zu schmeissen. Ausserdem kann man so gesagte Dinge ganz einfach Zitieren.
Copy, Paste, fertig.
So wie zum Beispiel diese etwas irritierte Aussage eines Freundes: „Hab Heute Morgen im ZDF permanent `Uwe Seeler` statt Vuvuzela verstanden….und war irritiert….wusste irgendwas ist falsch, aber dann kam wieder `die Uwe Seelers sind sehr, sehr laut.`“
Erst mal musste ich herrlich lachen, um mich dann darüber zu informieren wer dieser Uwe Seeler eigentlich ist, was ich euch als Deutschen bestimmt nicht erzählen muss. Wenn es um Fussball geht liegt mein Wissensstand gleichauf mit dem eines Pfaus.
Diese Vuvuzelas sind ja zurzeit in, oder besser gesagt vor aller Munde. Den Hype um die Dinger versteh ich allerdings nicht ganz, zumal ich gestern mit einem Papprohr exakt denselben Ton erzielt habe. Das allerdings erst, nachdem das Staubsaugerrohr nicht den gewünschten Effekt erbracht hatte, was wiederum daran gelegen haben könnte, dass der Staubsaugerkopf noch unten dran hing. Item.
Wenn man sich jetzt auf Facebook oder ähnlichen Plattformen umsieht, entdeckt man immer häufiger irgendwelche Bands oder Musiker, die auf die Schnappsidee kommen, professionelle Vuvuzelaspieler für ihre nächsten Studioaufnahmen zu suchen. Ich bete inständig darum, dass die bloss versuchen lustig zu sein und es damit nicht ernst meinen.
Mir gehen diese Dinger nämlich schon jetzt gehörig auf den Sack. Nicht, dass es mich stören würde, wenn die sich in den Stadien die Trommelfelle raus tröten, mir ist Fussball nämlich herrlichst Wurst. Aber ich fühle mich durch diese „Sex on the Beach Becher“ mit abgeschnittenem Boden meines Schlafes beraubt!
Am Rock am Ring hatte ich drei Vuvuzelas in meiner direkten Nachbarschaft und da hatte die WM noch nicht mal angefangen! Wenn auf dem Southside auch nur einer auf die hirnrissige Idee kommen sollte, an meinem Zelt vobeizutröten während ich schlafe, darf der erleben was für schöne Geräusche man aus so einem Ding sonst noch so herausholen kann.
Erst mal das erstaunte „Ui! Ui“ wenn ich ohne Vorwarnung aus meinem Zelt gesprungen komme, um ihm ein aufgebrachtes „Heeee!“ zu entlocken, wenn ich das Teil aus seiner Hand reisse. Dann ein paar dumpfe „dunks“ wenn ich ihm die Plastikröhre auf den Kopf haue. Wenn der Typ sich dann vor Lachen auf dem Boden kugelt (was von seinem Alkoholpegel oder meiner Begabung mich zum Affen zu machen wenn ich versuche jemanden zu hauen herrühren könnte) stupse ich ihm ein paarmal in die Magengegend um ihm ein paar „pffs“ zu entlocken.
Wenn er dann quikt, weil ich Anstalten mache, seine Weichteile zu malträtieren lasse ich davon ab und tippe ihm stattdessen mit der Vuvuzela an die Zähne, was ein leises „tiktiktik“ vernehmen lässt und singe :“ I got a fearful feather and it starts to glow, I feel it`s something but it`s not my own!“, worauf ich ihn dann ziehen lasse. Ohne Vuvuzela versteht sich.
Wenn man sich dann das Video ansieht, was mein Freund zufälligerweise gemacht hat und nur die Laute von dem Typen rausfiltert und sich das Ganze im Schnelldurchlauf ansieht klingts dann etwa so:
„Ui! ui! Heehee! Dunkdunkdunk, Pffpff Quiikquiik tiktiktik“. Gepaart mit meinem Schlusssatz erhält man so genau den Anfang von Miss Murray.
Da sag nochmal einer, man könne mit den Dingern kein Melodie spielen.
Alter, jetzt freu ich mich noch mehr aufs Southside!
